Folge 3

 

 

 

 

Farbvererbung Brieftauben

 

"Farbige" fliegen nicht!

 

 

Oder warum kann es nichts schaden, Grundkenntnisse der Vererbung zu erlangen?Nachdem ich mich schon viel mit Genetik, hauptsächlich Farbvererbung verschiedener Tierarten, beschäftigt habe, war es natürlich ein Muss für mich auch die Farben bei Brieftauben unter die Lupe zu nehmen.

Auch ist es mir bekannt, dass die Farben bei den Brieftauben „nicht fliegen“, also somit für den größten Teil der Sportsfreunde es keine wesentliche Rolle spielt, welche Farben seine Schützlinge haben. Bunte Brieftauben, mit eher seltenen Farben, werden auch von den meisten Sportsfreunden gemieden; ihnen traut man vielleicht auch keine Leistung zu. Natürlich gibt es auch den Glauben, dass solche Farbtauben ein gefundenes Fressen für Raubvögel sind, was es nicht unbedingt zu leugnen gilt. Ich finde dennoch schadet es nichts Grundbegriffe der Vererbung mal gehört zu haben und bei Interesse zu verinnerlichen.

Was vielleicht vielen von uns noch aus der Schulzeit in Erinnerung ist, sind die Mendelschen Regeln der Vererbung. Und genau diese will ich mal bei der  Farbvererbung unserer Brieftauben anführen:

 

Die Gleichförmigkeitsregel (Uniformitätsregel)

 

Hier passt am bestens das Beispiel mit den Blaubindigen, welche

aber auf jeden Fall auch reinerbig sein müssen, damit die Mendelsche Regel aufgeht. Bei einer Verpaarung von zwei Blauen, kann die Nachzucht eigentlich nur blau sein. Die einzelnen Binden können variieren bis hin zum Ansatz einer dritten Binde.

Was bringt uns nun dieses Wissen in der Praxis? Beispiel: ich habe ein Paar Blaubindige zusammengestellt und unter der Nachzucht befindet sich nun plötzlich auch ein Gehämmertes Jungtier und das wird auch noch ein richtig Gutes. Wir müssen uns dann leider bewusst sein, dass die Mutti fremdging und der oder die Gute gar nicht von dem schönen Blauen ist. Nach der Gleichförmigkeitsregel kann ja eigentlich nur  zu 100%  blaubindige Nachzucht fallen. Diese Regel gilt, was die Binden betrifft, auch bei den Fahlen. 

Die Spaltungsregel

 

Diese bezieht sich auf ein Zahlenverhältnis (1:2:1) der ersten Generation

von Kreuzungen zwei verschiedener Merkmale. Nehmen wir das Beispiel

einer gehämmerten gepaart mit einer blaubindigen Taube. Auch hier ist die Voraussetzung, dass die Ausgangstiere reinerbig sind.  Es werden in der ersten Generation nur  gehämmerte Tauben fallen, die aber wiederum spalterbig in blaubindig sind. Diese spalterbigen Tiere dann miteinander verpaart bringen im Verhältnis 1:2:1 folgende Nachzucht:  eine Gehämmerte (reinerbig), zwei Gehämmerte (spalterbig für blaubindig) und eine Blaubindige (reinerbig).

Diese Erkenntnis bringt uns in unserer Zucht bei Blauen und Gehämmerten nicht unbedingt weiter, wird aber wieder interessant wenn wir später den rezessiven Erbgang der roten Meulemänner näher betrachten.

 

Die Unabhängigkeitsregel

 

Eine bei uns Brieftaubenzüchtern wohl am häufigsten zutreffende Regel, denn die Eltern unterscheiden sich in mehreren Merkmalen und müssten so für jedes Merkmal nach der Regel 2 (Spaltungsregel) dargestellten Verhältnissen

betrachtet werden. Macht sicherlich für uns, was die Farbe betrifft, nur wenig Sinn.

 

Was sicherlich Sinn für uns macht, sind die einzelnen Erbgänge und hier will ich ebenfalls die wichtigsten unsere Zucht  in Bezug auf Farbe und Merkmale beschreiben.

 

Dominante Vererbung

 

Alle Farben und Merkmale unserer Tauben stehen in einem bestimmten Verhältnis zu einander. Beispiele: Gehämmert ist dominant über blaubindig, weshalb aus zwei Blauen auch keine Gehämmerte fallen können. Das Beispiel wurde bereits unter der Gleichförmigkeitsregel erörtert.

Farbauge ist dominant über Glasauge, der Grund dafür, dass aus zwei Glasaugen keine Farbaugen fallen können. Bedeutet für die Praxis, falls sie Glasaugen zusammensetzen, dass anfallende Farbaugen nicht aus dem Paar sein können und wenn sie noch so gut sind  - der Vater ist ein Farbauge.

Dominant rot ist dominant über die schwarzen Grundfarben, wie blau, schwarz, dunkel, gehämmert – hier nur die wichtigsten aufgezählt. Diese untereinander gepaart können keine „Dominant Rote“ kommen. Ist hier in der Zucht doch einmal ein dominant rotes Tierchen dabei, dann sollten Sie davon ausgehen, dass einer Ihrer dominant roten Vögel der Vater ist. Unterscheiden müssen Sie aber auch zwischen dominant und rezessiv rot.

Alle schwarzen Grundfarben (siehe Aufzählung oben) sind dominant über rezessives Rot. Typische Vertreter für rezessives Rot sind die „Braunen oder ziegelroten Meulemans“, womit ich dann überleiten möchte zur rezessiven Vererbung.

 

Rezessive Vererbung

 

Grundsätzlich kommen die rezessiven Farben/Merkmale nur zum Vorschein, wenn der Partner diese auch in der Erbmasse hat, also spalterbig dafür ist. Hier kommt nun wiederum auch die Spaltungsregel in Betracht.Bleiben wir bei den Meulemans: Hier waren schon viele verwundert, wenn aus zwei blauen oder gehämmerten ein „braunes“, rezessiv rotes, Jungtier in der Schale lag. Einer der bekanntesten und sicherlich auch besten Spalter war zu seiner Zeit der „Kadet“.

Aus zwei rezessiv Roten fallen zu 100% nur rezessiv Rote. Allerdings rate ich grundsätzlich von der Verpaarung zweier  rezessivfarbener Tauben ab, möchte aber in diesem Beitrag nicht auf meine persönlichen Erfahrungen näher eingehen.Auch die Schalies gehören zu den rezessiven Farben und vererben entsprechend. Hier sollte man aber noch zwischen bindig und gehämmert unterscheiden. Gemeint sind nicht aber die Indigos, welche bei vielen Unwissenden schon mal als Rotschalies bezeichnet werden, denn diese unterliegen dem intermediären Erbgang.

 

Drei rezessiv rote Meulemänner 

 

 

Intermediären Erbgang

 

Meistens vererben diese Farben in der Regel auch dominant gegenüber anderer Farben. Wichtig ist, die Farbe ist bei den Ausgangstieren vertreten oder nicht, eine Spalterbigkeit gibt es hier nicht.

Der wohl bekannteste Faktor ist hier die Schimmelfarbe, welche dominant intermediär vererbt. Hier gibt es oft die Mischung zwischen Schimmel, Tigern (einem weiteren Schimmelfaktor) und auch Schecken. Oft können die Ausgangstiere hier nicht genau zugeordnet werden. Aber von allen gibt es keine Träger, also für diesen Faktor spalterbige Tiere. In der Praxis: Wenn dennoch aus „fast“ unifarbigen Tieren Schecken oder Schimmel fallen, dann ist es vielleicht der weiße Zeh oder eine weiße Feder, die einen Hinweis für den Schimmel- oder Scheckungsfaktor gibt.

Rotschalies, wie bereits oben erwähnt, die farbtechnisch gar keine sind, sondern meistens Indigos, vererben ebenfalls intermediär. Auch wurden diese irrtümlich schon als Fahle bezeichnet.

Diese Verwechslungen führen dann bei den versierten Züchtern auch mal zu Irritationen. Mit den echten/richtigen Fahlen will ich noch zu einem weiteren interessanten Erbgang kommen,

Schimmel, Tiger oder Schecken?

Variationen von indigofarbigen Brieftauben. Keine Rotschalies!!!

 

Geschlechtsgebundene Vererbung

 

Dieses Phänomen gibt es eigentlich nur bei den dominant Roten, aber auch bei mit dominant rot kombinierten Farbenschlägen, wie z.B. Rotschimmel, Rotschecken oder echten Rotschalies.

Ist die Ausgangspaarung geschickt gewählt, bietet es die Möglichkeit die Geschlechter schon frühzeitig zu 100% zu bestimmen.  Beispiel: Paare ich ein schwarzgrundiges Männchen (blau, gehämmert, schwarz usw.) und eine dominant rote Täubin (fahl, rotgehämmert usw.) zusammen, so sind bei der Nachzucht die schwarzgrundigen die Weibchen und die rotgrundigen die Männchen. Sollte die Nachzucht nicht so ausfallen, dann haben die Kinder wohl einen anderen Vater. Dominant rote Männchen, die reinerbig für das dominante Rot sind – man erkennt sie meisten an den sogenannten Mehlköpfen und dem hell hornfarbigen Schnabel, bringen in der ersten Generation nur dominant rote Nachzucht beiderlei Geschlechts. Je nachdem welcher Farbe das Weibchen war, rot- oder schwarzgrundig,  sind die jungen Männchen leicht an den schwarzen Tintenflecken zu erkennen. Diese Tintenflecke sind das Zeichen für Spalterbigkeit und können nur bei den Täubern auftreten.  

Zum Abschluss noch ein Beispiel: Fahles Weibchen (zweibindig) und blaues Männchen (zweibindig) gepaart und im Nest liegen zwei gehämmerte Jungtauben. Ist das richtig? Nein, hier müssen sie auf jeden Fall die Gleichförmigkeitsregel anwenden, hier kann der Vater nicht der Blaue sein.

 

Natürlich ist das Thema Vererbung mit diesem kleinen Beitrag noch lange nicht ausgeschöpft, es gäbe noch einiges darüber zu berichten. Zuchtmethoden, wie z.B. Linienzucht, Familienzucht oder Kreuzungen sind interessante Themen, die man noch aufgreifen könnte.

Mir ist es mit diesem Beitrag wichtig, wenige Grundkenntnisse zur Vererbung weiterzugeben, die es dem interessierten Züchter ermöglichen, so manches Rätsel bei der Zucht oder auch auf Abstammungen nachzuvollziehen. Nicht alles ist im Zuchtschlag immer so wie es auf den ersten Blick aussieht.

Mit dem kleinen 1 mal 1 der Vererbung – und ich denke, mehr kann dieser Beitrag auch nicht leisten – ist die Zucht nicht mehr nur dem Zufall geschuldet. Sie sollten nun in der Lage sein, den vermeintlich guten Vererber, der gar keiner ist, weil er eigentlich bisher nur eine Gute gebracht hat, die aber farblich überhaupt nicht zu ihm passt, zu erkennen und auszusortieren.  

In der Zucht gibt es viele Zufälle, was nicht gleich schlecht sein muss, aber es kann nichts schaden solche Zufälle zu erkennen und aufzuklären. Für mich ist die Zucht immer ein Teil vom Zufall geprägt, wobei ein gewisser Teil natürlich sich auch berechnen lässt. Ich will hier noch ein Beispiel anbringen, was mir nicht aus dem Kopf geht. Wenn ich eine der besten Brieftauben der Welt oder nur eine Spitzentaube der RV, die vielleicht 13/13 Preise geflogen hat, klonen würde, würden die geklonten Tauben, die genauso aussehen wie die Ausgangstaube, auch die gleiche Leistung erbringen? Ich bin mir sicher, dass sie sich in der Leistung unterscheiden würden, denn manchmal ist der Zufall, äußere Einflüsse (Wetter, Hitze, Wind, Raubvogel uvm.) oder das Glück für den Preis entscheidend und hat nichts mit der Vererbung zu tun.

Dennoch hoffe ich, den Interessierten einen kleinen Einblick über Zufälle im Zuchtschlag gegeben zu haben. Natürlich ist mir auch bewusst,  dass es Spezialisten und Besserwissende gibt, denen die Ausführungen nicht ausführlich genug sind.

Machen Sie das Beste daraus und denken Sie einfach mal über die Zufälle in Ihrem Zuchtschlag nach ……

 

Folge 2   

 

 

 

 

Vererber oder Blender

 

Mal drüber nachgedacht?

 

 

Beginnen möchte ich das Thema mit den Tauben aus „2. Hand“, vielleicht auch mehreren Händen. Wobei,  dann sind es in der Umgangssprache, so glaube ich, schon Wanderpokale. Spaß bei Seite, diese Verkaufsanzeigen solcher Tauben schmücken sich oft mit Leistungen der Geschwister, Eltern, Großeltern oder Urgroßeltern. Das ist sicherlich auch legitim. Bei den Wanderpokalen reicht oft schon der Name des Züchters und somit die Abstammung um Aufmerksamkeit zu erzielen. Dem Käufer - so denke ich - geht es bei diesen Tauben eher um eine Trophäe, auch eine Taube des Züchters XY zu besitzen. Sicherlich steht bei dem Kauf nicht immer die Vererbungsstärke an erster Stelle. Sollte er dennoch die Überlegung einer Verstärkung im Vordergrund stehen, dann sollte vielleicht nochmals darüber nach- gedacht werden. Wer gibt schon einen Top-Vererber, auch für viel Geld, einfach ab?  Jeder wäre doch froh einen solchen Vererber sein Eigen zu nennen. Oder?

Was bei diesem Thema auch immer zu verschiedenen Meinungen führt – und das wird schon diskutiert seit ich mich mit Brieftauben beschäftige – ist, wie züchte ich am besten Leistungstauben, also Reiseasse.

 

Linienzucht bis hin zum Inzest,

sehen viele als der beste Weg um ihre Topper auf die Balken zu bekommen. Ich denke, Linienzucht hat seine Vor- und Nachteile. Die wohl jedem Brieftaubenzüchter bekannten Inzuchtstämme der Gebrüder Janssen oder von Karel Meuleman haben schon viele Bücher gefüllt und sind vielleicht die berühmtesten Inzuchtlinen des 20. Jahrhunderts. Linienzucht hat dennoch mehrere Gesichter. Oft sind es die in direkter Linie Eltern mit Kindern (Vater-Tochter oder Sohn-Mutter) Verpaarungen die zum Erfolg führen sollen. Sicherlich eine Möglichkeit das Erbgut zu festigen. Nur weiß keiner welche Merkmale gefestigt werden – die Guten oder die weniger Guten. Ansehen wird man es den Nachkommen eigentlich nicht, zu mindest nicht auf Anhieb. Obwohl man davon ausgehen kann, dass die Nachzucht den Ausgangs-tieren - je stärker die Inzucht - optisch immer mehr ähneln wird. Allerdings wissen wir nicht, ob nun die positiven Leistungsmerkmale gebündelt wurden oder die weniger positiven. Bei uns Menschen gibt es da eine alte Binsenweisheit: Genie und Wahnsinn liegen eng beieinander.  Ich selbst bin bei Leistungszucht,  wie bei unseren Brieftauben, grundsätzlich von der Linienzucht ein wenig abgekommen, trotzdem sehe ich für die auf Schönheit und Aussehen ausgerichtete Zucht von Rassetauben als ein sehr erfolgreiches Zuchtverfahren. Natürlich ergibt sich in bestimmten Konstellationen auch bei mir noch eine enge Familienzucht.

 

Kreuzungen,

von verschiedenen Stämmen oder Linien sind für die, die von der Linienzucht nicht überzeugt sind, das probate System Spitzentiere zu züchten. Auch bei diesen Paarungen gibt es wohl Vor- und Nachteile. Oft hört man in diesem Zusammenhang, dass es am besten ist, gut an gut zu paaren. Das würde ich eigentlich auch so sofort unterschreiben. Was ist aber gut?  Und hier kommen wir wieder unserem Ausgangsthema näher – Vererber oder Blender?

 

Große Namen,

sind sicherlich nicht das Alleinstellungsmerkmal für gut. Auch die Besten unter uns züchten nicht nur gute Tauben. Wenn wir mal davon ausgehen, dass nur ein kleiner Anteil der von uns gezüchteten Schützlinge Gute sind und ein noch geringer Anteil wirklich Gute, echte Asse, dann erkennen wir schon, dass gut nicht gleich gut sein kann. Natürlich kann man davon ausgehen, dass der Prozentsatz bei manchen Stämmen und Spitzenzüchter höher liegt als beim Durchschnitt. Betrachte ich mir aber nun das Angebot von Brieftauben in all den Verkaufsanzeigen, Auktionen und Ausstellungen, dann möchte ich nicht glauben, dass hier alles Vererber oder brauchbare Zuchttauben sind. Nein, hier wechseln auch viele Blender den Besitzer, wobei ich hier in den meisten Fällen keine böse Absicht unterstellen will. Sind es doch oft die großen Namen, die den Reiz für den Käufer ausmachen und die damit verbundene Hoffnung, dass es sich hier um den Top-Vererber handelt.

 

Phantasie und Kreativität bei den Abstammungen,

zählen nach wie vor zu den legitimen Mitteln seine Renner an den Mann oder die Frau zu bringen. Möchte auf keinen Fall das Ganze verurteilen, auch ich sehe gerne mit echter Leistung gefüllte Pedigrees. Aber ich suche die Leistung bei den Eltern oder der Zuchttaube selbst. Formulierungen wie der Vater ist Sohn von dem XY und der hat … geflogen, das erscheint mir dann doch zu weit hergeholt. Da liegen mir dann schon zu viele Tauben, die ihre Leistungsfähigkeit nicht gezeigt haben oder derer sie einfach nicht benannt  wird, dazwischen. Die Chance hier eine echte Zuchttaube zu bekommen erscheint mir doch als sehr gering. Immer interessiert bin ich – falls es meinem Budget entspricht – immer an Jungtieren aus bewiesenen Vererbern oder wirklich guten Leistungstieren. Mein Credo ist: so nah als möglich an die Guten (Basis).

Wenn das nun immer alles die Guten wären, dann wär es doch einfach. Oder? Bei Alttauben – damit meine ich die nicht aus dem gültigen Zuchtjahr sind – bin ich grundsätzlich skeptisch. Warum werden sie abgeben? Sie haben doch, so steht es meist in den Verkaufsanzeigen, prima Nachzucht gebracht und schließlich ist der XY ja ihr Vater, Großvater oder gar Urgroßvater. Nicht dass wir uns jetzt falsch verstehen, ich bin froh, dass es ein großes Angebot an guten und sehr guten Tauben gibt, damit kann die enorme Nachfrage auch abgedeckt werden. Noch ist das Angebot aber weit höher als die Nachfrage. Meines Erachtens könnte man schon alleine dadurch das den Markt in ein besseres Verhältnis bringen, indem man die Tauben, die sich doch schon als für die Zucht nicht brauchbar gezeigt haben, einfach nicht immer weiter anbietet. Ich habe Züchter kennengelernt, die teure, aber nicht für die Zucht geeignete Tauben, selektiert haben, obwohl sie diese hätten wieder teuer verkaufen können. Respekt!!!

 

Blender wie Sand am Meer.

Ist das so? Sicher ist für mich, dass die wenigsten in unseren Zuchten sich tummelnden Tauben, echte Zuchttauben sind. Natürlich ist die Einstufung Zuchttaube auch abhängig davon was der Züchter von ihr erwartet. Ich erwarte grundsätzlich von meinen Zuchttauben, dass sie Leistung, Beständigkeit, Gesundheit und Widerstandskraft an ihre Nachkommen weitergeben. Wäre nun vermessen zu behaupten, dass alle meine Auserlesenen das zu 100% auch tun. Ehrlich, noch nicht einmal zu 50% geben sie das weiter. Aber, und das muss der Züchter oder der sich Züchter nennen will, erkennen, welche bringen zu wenig oder welche sind es die dann doch über dem Durchschnitt liegen.

Machen wir doch mal eine Beispielsrechnung: 20 Zuchtpaare ziehen 100 Jungtiere, von denen 50 überdurchschnittlich im Jungflug fliegen (z.B. bei 5 Einsätzen mehr als 3 Preise). Wir nehmen die 50 mit und spielen sie als Jährige. Ich behaupte, im Regelfall bringen die meisten von uns bei 12 Flügen noch keine 5 Zweistellige hervor. Selbst wenn, dann wären das von den 100 gezüchteten Jungtieren 5 Prozent. Wenn wir nun noch viel Glück haben ist bei den 5 auch noch ein echtes Ass dabei. Also sind wir uns doch sicherlich einig, dass wirklich sehr viele nicht unseren Erwartungen entsprechen und eigentlich Blender sind, denn vor der Reise waren wir sicher, dass es alle super Flitzer werden. Mache ich das Beispiel nun für die Zucht  und es werden z.B. noch100 Sommerjunge gezüchtet, die dann als angehende Zuchttauben verkauft werden. Glaubt mir, auch hier wird die Ausbeute nicht höher ausfallen.

 

Vererber sind die Ausnahme,

aber man muss sie auch erkennen, denn Zuchttauben gibt es viele, wahrscheinlich zu viele. Echte Vererber sind die weißen Raben in unserem Hobby, es gibt sie aber. Sie zu erkennen ist sehr oft schon Zufall gewesen. Sie sind auch nicht immer die nach unseren Vorstellungen im Körperbau perfekten Tauben. Aber das was sie auszeichnet ist ihre überdurchschnittliche Vererbungskraft und die kann man ihnen nicht immer gleich ansehen. Aber wer seine Tauben kennt, sie beobachtet und Buch über ihre Stärken und Schwächen führt, der hat große Chancen die Vererberin oder den  Vererber in seinem Schlag zu erkennen. Natürlich ist bei der ganzen Zuchtarbeit auch ein Wissen zur Genetik nicht schlecht, aber es geht auch anders. Viele unter uns Taubenverrückten interessieren sich nicht für Vererbung und trotzdem sind begnadete Züchter unter denen. Die haben einfach das Händchen dafür gute Tauben zu züchten – so könnte man meinen. Was ist es aber ihr  Geheimnis? Diese Züchter kennen ihre Tiere in- und auswendig, sie kennen die Stärken und Schwächen jedes Einzelnen ihrer Schützlinge und wenn es um die Auslese geht sind sie gnadenlos. Als ihren besten und engsten Berater sehen sie den Reisekorb, der ist schier unfehlbar, wenn man ihn zu Rate zieht.

Tauben die in 5 Jahren eine Spitzentaube gebracht haben sind keine Vererber. Wenn nichts mehr von ihnen kommt, empfehle ich mal darüber nachzudenken wie das Ass entstanden ist. In der Hoffnung, dass er nochmals einen solch Guten bringt, ist in meinen Augen eher unwahrscheinlich, weil schon oft beim Nachdenken aufgefallen ist, dass er wahrscheinlich gar nicht der Vater des Guten ist. Fremdbefruchtung gibt es leider oder Gott sei Dank häufiger als man annehmen möchte. Gott sei Dank deswegen, weil es oft der Meister Zufall ist, der uns die richtig Guten beschert. Und leider, meistens kann man diese Asse dann nicht mehr nachzüchten. Trotzdem gibt es sie die Top-Vererber, dazu zähle ich auch die Weibchen die „goldene Eier „ legen. Das sind für mich Tauben, bei denen mehr als  die Hälfte der Nachkommen überdurchschnittliche Leistung zeigen und sich bestenfalls noch jährlich mindestens ein Ass rausschält. Die Messlatte liegt nach meiner Philosophie hoch.

Die Vererber, aber auch die Meister, fallen nicht vom Himmel und sie sind auf jeden Fall sehr rar. Sollte man bei sich dennoch einen ausmachen können, ist er der Grundstein zum Erfolg, den man dann auch verstehen muss festzuhalten. Auf keinen Fall darf man sich zurück lehnen und meinen jetzt geht es von alleine. So sind schon einige sehr erfolgreiche Züchter auch schnell wieder auf den Boden der Tatsache gekommen. Das Karussell in der Zucht dreht sich immer weiter und es gilt die Augen aufzuhalten nach den zukünftigen Vererbern.

 

Denken Sie Mal drüber nach und halten Sie die Augen auf…….

 

Folge 1  

 

 

 Vererbung und Jungtaubenkrankheit

 

Vererbung ist ein sehr komplexes Thema, welches auch sicherlich nicht jeden Sports-freund interessiert oder er gar keinen Sinn darin sieht sich damit zu beschäftigen. Die Jung-taubenkrankheit hingegen ist fast in aller Munde und man hört die wildesten Szenarien was sich in den betroffenen Schlägen abspielt.

 

Was hat aber nun Vererbung mit der Jungtaubenkrankheit zu tun?

 

Oft wird der Ausbruch mit Stress, welcher bei den Jungtauben mit den ersten Korbaufent-halten gekoppelt ist, als Grund angegeben. Sicherlich kann das ein Grund dafür sein, aber trotzdem bricht nicht in jedem Schlag durch diesen Umstand gleich die JTK aus. Obwohl ein großes Theater um die Krankheit gemacht wird, gibt es Schläge die gar noch nie etwas mit JTK zu tun hatten. Die gibt es wirklich! Was machen die anders?

Ich persönlich denke, dass das große Aufsehen und auch die Aufmerksamkeit die wir dieser Krankheit schenken, kontraproduktiv zur Vermeidung der Krankheit ist. Müssen wir doch davon ausgehen, dass es sich bei der JTK eigentlich gar nicht um eine spezielle Krankheit handelt, nein, es kommen mehrere Faktoren, verschiedene Erreger oder Viren zusammen, die dann das Krankheitsbild der JTK auslösen.

Immer wieder liest man im Zusammenhang mit der JTK, wie wichtig es ist das Immunsystem der Taube zu aktivieren. Was gibt es denn da für tolle Mittelchen, die keiner anwendet, aber jeder sie besser kennt, als seine Tauben. Hier fallen mir spontan verschiedene Foren ein, bei denen es darum zu gehen scheint, wer die neuesten Mittelchen kennt. Und keiner wendet sie an, aber jeder weiß, wie sie bei seinen Tauben wirken. Ich stelle mir dann immer vor, wenn nur ein Teil von den genannten Mitteln unseren Tauben verabreicht wird und das ohne Diagnose, zur Vorbeugung oder um das Immunsystem anzustoßen, dann können die armen Geschöpfe doch nur noch krank werden. Sicher ist für mich, wenn Tauben Wasser und Futter nur noch mit Arzneien oder Futterergänzungsmitteln gereicht bekommen, dann sind die ganzen Entwicklungsprozesse gestört. Jungtauben die oft viel zu früh mit diesen guten Mittelchen versorgt werden, können eigentlich gar kein Immunsystem aufbauen. Hier sollten einige unter uns mal drüber nachdenken. Vielleicht wäre es besser die Kleinen ohne die vielen Zusätze aufzuziehen, damit sich das Immunsystem auch „gesund“ entwickeln kann.

 

Arzneimittel helfen,

aber nur dann wenn sie von Tierärzten nach Diagnosestellung sachgerecht eingesetzt werden. Die selbst ernannten Tierärzte unter uns, die dann immer genau wissen, wann das „Antibiotika“ wie lange eingesetzt werden muss, sind sich bestimmt nicht darüber bewusst was für ein Schaden sie hier angerichten. Schlimmer noch, die wissen auch wo wir uns das Arzneimittel ohne Tierarzt besorgen können. Hier kann ich nur raten sich mal bewusst zu machen, welchen Schaden dadurch an Mensch und Tier angerichtet werden kann. Unabhängig davon schwächen die blinden Kuren vor Reisebeginn den Organismus unserer Tauben nur unnötig und wen wundert es, wenn dann bei den ersten Vorflügen und gemeinsamen Korbaufenthalten, das Immunsystem versagt. Das Gleiche gilt, wenn wir unsere Lieblinge mit irgendwelchen, letztendlich windigen Ergänzungsmittel vollstopfen.

 

Weniger ist mehr,

ein altes Sprichwort, welches wir uns nicht oft genug in diesem Zusammenhang in Erinnerung rufen können. Übermaß schadet mehr als es hilft. Nahrungsergänzungsmittel bringen nur dann etwas, wenn die Taube das ganze verarbeiten kann. Natürlich scheidet der Körper, z.B. Vitamine die nicht benötigt werden, wieder aus, aber das belastet doch nur unnötig den Stoffwechsel. Manche so hoch gepriesene Mittelchen entfalten bei Überdosier-ung unter  Umständen sogar toxische Wirkung. Deshalb auch bei Zusatzprodukten den Bogen nicht überspannen und mit Maß und Ziel geben, damit kann auch die nötige Hilfe erreicht werden. Ich musste feststellen, dass die Besten in unserem Sport oft viel weniger zu setzen als wir denken. Alle spekulieren immer bei Erfolg auf die geheimen Mittelchen, die den Siegern verabreicht wurden. Oft musste ich schon feststellen, dass die erfolgreichen Züchter gar nicht mehr machen als das Nötigste, wie z.B. hochwertiges Futter, sauberes Wasser, ein gutes Schlagklima und zum richtigen Zeitpunkt vielleicht eine kleine Unterstützung mit Zusätzen, wie Vitamine und Spurenelemente. Was sie sicher nicht machen ist ihre Versorgungspläne ständig mit allmöglichen Zusatzmitteln überladen und immer neu erfinden.

 

Kontinuität, Verlässlichkeit und Fingerspitzengefühl

sind meistens die Geheimnisse der Erfolgreichen. Wenn ich kontinuierlich meinen Versor-gungsplan einhalte und bei Bedarf, z.B. nach außergewöhnlich schweren Flügen, mit Fingerspitzengefühl ab und zu gebe, dann können sich meine gefiederten Freunde auf mich verlassen – das ist für mich die Verlässlichkeit – und ich bin überzeugt sie werden es mir mit Verlässlichkeit in den Preislisten danken. Nicht jede Woche oder bei irgendwelchen –vielleicht sogar gut gemeinten Ratschlägen – dürfen wir unseren Versorgungsplan auf den Kopf stellen. Fingerspitzengefühl kann man nur entwickeln, wenn man seine Tauben kennt, das heißt sie auch ständig beobachtet und daraus die richtigen Schlüsse zieht. So ist es ein leichtes bei Bedarf richtig zu reagieren. Klar in kleinen Beständen ist der Züchter sehr nahe an seinen Pfleglingen und kennt sie im Einzelnen, was sich bei großen Beständen evtl. dann schwieriger gestaltet.

 

Meine Tauben müssen zu mir passen,

das heißt auch, dass sie sich letztendlich mir anpassen müssen. Viele von uns glauben sie kaufen sich aus verschiedenen Assen ein paar Jungtauben und schon hätten sie den Erfolg mit gekauft. Wäre das so einfach, dann hätte unser Hobby schnell seinen Reiz verloren. Abstammungen fliegen nicht, das hört man oft, wenn sich die gut Betuchten unter uns über die großen Stammbäume und die Preise die dafür bezahlt werden unterhalten. Ich sehe das ein bisschen anders: Von nichts kommt nichts und aus Ackergäulen kann man keine Rennpferde machen. Persönlich lege einen großen Wert auf das Papier, denn - voraus-gesetzt es ist nach bestem Wissen und Gewissen erstellt – es zeigt mir was ich von der Taube erwarten kann. Ich habe aber auch Verständnis, wenn Züchter auf den Pedigree weniger Wert legen, trotzdem bin ich mir sicher, dass auch die von den Besten wollen und sich einfach auf das Wort des Züchters verlassen. Ich gebe zu, dass sich bei uns ein regelrechter Wahn nach Abstammungen entwickelt hat, der nicht immer förderlich für unser Hobby ist. Viele kennen die besten und neuesten Abstammungen, aber leider vergessen sie dabei, dass es wohl besser wäre seine eigenen Tauben zu beobachten und kennenzulernen. Ich muss für meine Tauben ein System, einen Versorgungsplan, ausklügeln der zu mir und meinen Tauben passt. Vielleicht kann ich bei der Anschaffung bereits einen guten Versorgungsplan mitbekommen, den ich bereit bin umzusetzen und einzuhalten. Meine Zöglinge werden sich daran gewönnen oder auch nicht. Vielleicht kann ich durch Beobachtungen oder Erfahrungen Kleinigkeiten noch nachjustieren, aber mein Ziel muss immer sein so wenig wie möglich zu verändern, da spielt die Verlässlichkeit  eine nicht unwichtige Rolle.

 

Auslese und gesetzte Zuchtziele,

tragen zu einem Weiterkommen in unserem Hobby ganz sicher mit bei, also die Taube die unter meiner Führung die von mir erwartete Leistung nicht bringt, passt eben nicht zu mir und muss gehen. Über die Auslese kann eigentlich nur der Reisekorb entscheiden, das sollte doch inzwischen jedem klar sein. Ich muss mir immer wieder Ziele in meiner Zucht setzen, die auch umsetzbar und erreichbar sind. Dazu muss ich meine Tauben aber einschätzen können, das heißt ihre Stärken und Schwächen bereits kennen. Oft hilft es auch sich über einzelne Tauben Notizen zu machen, nicht nur was sie geflogen haben, auch wie sie manche Merkmale vererben, wie sie sich verhalten oder gar ob sie krankheitsanfällig sind. Meister fallen nicht vom Himmel und manchmal dauert es eben seine Zeit bis man die richtige Mannschaft in Zucht und Reise zusammen hat. Ständig neu anzufangen halte ich für die schlechteste Lösung.

 

Vererbung ist nicht nur was man sieht,

nein, da gehört ein bisschen mehr dazu. In der Erbmasse sind auch Dinge verankert wie Robustheit, Gesundheit, Anfälligkeit oder schwache Immunität um nur mal ein paar Beispiele aufzuzeigen. Und jetzt kommen wir auch der Ausgangsfrage näher: Was hat Vererbung mit der Jungtaubenkrankheit zu tun? Ich sage es muss unser aller Ziel sein robuste, gesunde und widerstandsfähige Tauben zu züchten, die auf 200 – 600 km ihre Leistung abrufen können. Hier vertrete die These, dass durch Auslese die Erbmasse soweit verändert und unsere Tauben wieder bestimmten Krankheitsfaktoren durch ein intaktes Immunsystem standhalten können. Ich bin der Auffassung, dass die Jungtaubenkrankheit mit all Ihrem Fassetten teils hausgemachte Schwierigkeiten sind. Vieles habe ich ja im Vorspann schon versucht darzustellen und will daher nochmal die für mich wichtigsten aufzählen.

  1. Medikamente gehören in die Hände der Tierärzte und sollen auch nur bei entsprechenden Diagnosen angewendet werden. Blinde Kuren belasten eher den Organismus als das sie helfen.
  2. Nahrungsergänzungsmittel nur wenn ich mir einen Zusatznutzen erwarte. Viel hilft viel ist ganz sicher der falsche Ansatz und auf Dauer schadet es mehr als es hilft.
  3. Verlässlichkeit ist für mich, wenn ich meine Tauben regelmäßig mit einem gut ausgewogenen Futterplan versorge und diesen nicht ständig verändere.
  4. Die Tauben müssen zu mir passen und im Zweifelsfall sich mir und meinem Schlag anpassen.
  5. Wenn ich überzeugt bin, dass meine Schlagführung im Großen und Ganzen passt, dann muss ich durch strenge Auslese mich von den Tieren trennen, die bei mir ihre Leistung nicht abrufen können. Ständiges Beobachten und auch Tipps von erfolgreichen Züchtern, denen ich auch vertraue, können eine große Hilfe sein.

Ich muss nicht alle Erbgänge die es gibt in der Theorie beherrschen um Einfluss  auf die Vererbung meiner Schützlinge zunehmen. Eine strenge Auslese ist sicherlich der beste Weg zum Erfolg. Dazu muss ich meine Tiere aber beobachten und kennenlernen, am besten noch Notizen machen. Ich will es mal in der Praxis darstellen: Wenn die JTK ausbricht erkranken nicht alle auf einmal und es gibt auch welche die gar nicht erkranken. Ich muss wissen welche dem Infektionsdruck standgehalten haben und welche gleich bei den ersten Anzeichen übel erkrankt waren. Nun muss ich auch solche Notizen bei der Auslese mit berücksichtigen, umso unter Umständen meinen Bestand auf Dauer zu stärken. Ich muss wissen, sind es vielleicht immer wieder die Tauben aus einem bestimmten Paar die sehr anfällig sind. Solche Tauben können natürlich bei günstigen Flugverhältnissen auch gute Leistung bringen, sind sie aber dann, wenn es mal schwieriger wird, gleich weg. Diesen Dingen muss ich mein Augenmerk schenken und je nachdem welche Ziele ich mir gesteckt habe entsprechend selektieren. Damit kann ich schon sehr viel Einfluss auf die Vererbung nehmen.

Will noch ein Beispiel von einer anderen Tierart vorbringen: Vor mehreren Jahren hatten die Kaninchenzüchter oft Schwierigkeiten mit dem Schnupfen bei ihren Tieren. Meistens ist er auch aufgetreten, wenn die Tiere einem gewissen Stress, wie Ausstellung und Aufzucht, ausgesetzt waren und mit ein paar Medikamenten oder auch Impfungen hat man die Erkrankung vermeintlich schnell wieder in den Griff. Spätestens bei den nächsten stressigen Situationen war er wieder da. Natürlich waren es meistens auch noch die schönsten Tiere und man hat sie ja in der Zucht gebraucht. Sie wurden auch munter vermehrt und sie brachten auch sehr schöne Nachzucht nur mit dem Handicap, Stress konnten sie nicht aushalten ohne gleich wieder die Schnupfensymptome  zu zeigen. In manchen Zuchten hat sich dies richtig festgesetzt. Es gibt sicherlich heute noch Züchter – sind das Züchter? – die in ihren Stämmen mit dieser Problematik zu tun haben und mit der chemischen Keule dagegen ankämpfen und einfach weitermachen.  Aber es gab auch in meinen Augen die echten Züchter, die züchterisch diesem Problem zu Leibe rückten. Diese waren sich sicher, dass das beste Medikament in diesem Fall, der „Solinger Stahl“ ist. Natürlich gibt es immer noch den Kaninchenschnupfen, aber nicht mehr in diesem Ausmaß und viele Züchter haben erkannt, dass man dieses Problem züchterisch und mit einer entsprechenden Auslese angehen muss.

Bestimmt kann man dieses Bespiel nicht 1 zu 1 für uns Taubenzüchter übernehmen, aber die Quintessenz ist die gleiche: Es wird immer Sportsfreunde geben die dem Problem mit der chemischen Keule begegnen und es gibt die Züchter, welche es züchterisch versuchen zu lösen. Und glaubt mir, es gibt sie wirklich diese Bestände, die dem Infektionsdruck standhalten können und nicht gleich beim ersten Windzug einknicken. Wie bereits im Vorfeld angesprochen, diese Züchter sind es, die es sehr oft schaffen sich bei den Meistern zu platzieren.

 

 Es ist an der Zeit nachzudenken oder gar umzudenken!!!